Experience the Agile Umbrella – oder: Welche agilen Methoden gibt es neben Scrum?

//Experience the Agile Umbrella – oder: Welche agilen Methoden gibt es neben Scrum?

Experience the Agile Umbrella – oder: Welche agilen Methoden gibt es neben Scrum?

Am 01. Dezember, pünktlich zum Start in die Vorweihnachtszeit, haben wir am Agile Brunch des ASQF e.V. teilgenommen und dort eine Simulation durchgeführt. Ziel der Veranstaltung war es, den Teilnehmern den Agile Umbrella näherzubringen. Der Agile Umbrella ist ein feststehender Begriff in der Literatur, der verschiedene Methoden und Praktiken aus dem agilen Umfeld beschreibt. Die bekannteste Methode ist hier sicherlich Scrum – beim Agile Brunch sollte jedoch gezeigt werden, dass es noch weitere Methoden gibt und welche dies sind.

Agile Transition mit Augenmaß und Kanban

Zur Auswahl für die Teilnehmer standen vier parallel stattfindende Workshops. Neben zwei Workshops zu den Themen User Story Mapping, Lean Change Management und Rollenwechsel im Scrum boten Anika, Tanja und Oxana eine Lean-Agile-Simulation mit dem Titel „Agile Transition mit Augenmaß und Kanban“ an. Sie ließen die Teilnehmer in zwei Runden Pralinenschachteln aus Origamipapier falten. In der ersten Runde wurde nach der Push-Methode, später dann nach der Pull-Methode gearbeitet. Die Push-Methode bedeutete in diesem Fall, dass jeder Teilnehmer zu 100% ausgelastet wird. Sobald er seinen Arbeitsschritt (eine Faltung am Papier) erledigt hat, schiebt er das Papier möglichst schnell zum nächsten Teilnehmer, der den nächsten Schritt durchführt und faltet weiter. Da die einzelnen Arbeitsschritte unterschiedlich komplex waren, staute sich das zum Teil gefaltete Papier bei einigen Teilnehmern an.

Bei der Pull-Methode musste schließlich jeder Teilnehmer warten, bis der Teilnehmer, der nach ihm an die Reihe kam, seine Faltung durchgeführt, sein Papier weitergereicht und sich das nächste vorgefaltete Papier von der vorherigen Arbeitsstation gezogen hatte. Nur eine frei gewordene Arbeitsstation konnte mit einer neuen Aufgabe belegt werden.

Push-Methode vs. Pull-Methode – die Erkenntnisse

Die Push-Methode führte dabei zu mehr aufgestauter Arbeit, die liegen blieb; die Arbeit war stressiger und löste hohen Druck aus. Die Pull-Methode hingegen entpuppte sich als produktiver und wesentlich angenehmer.

Die Simulation zeigte, dass Unternehmen sich zunächst den bestehenden Produktionsprozess bewusst machen und das vorhandene System stabilisieren sollten, indem sie die Kapazität des Produktionsprozesses an die Leistungsfähigkeit des Engpasses anpassen, zum Beispiel durch Setzen von Work in Progress (WIP) Limits. Die Pull-Methode ließ außerdem mehr Raum für Flexibilität zu, so dass auf einmal genug Zeit für all die Tätigkeiten vorhanden ist, für die man sonst nie Zeit hat wie z.B. Prozessoptimierung, Qualitätsverbesserung oder gemeinsames Lernen. Das macht es auch einfacher, einen Auftrag zu beschleunigen oder Änderungswünsche des Kunden schnell umzusetzen z.B. wenn der Kunde plötzlich statt einer Schachtel einen Kranich haben will.

Die Simulation hat verdeutlicht, wie man mit Kanban Schritt für Schritt agile Prozesse einführen kann, ohne dabei ein Unternehmen von Grund auf umkrempeln zu müssen.

Positives Feedback beim Agile Brunch

Die Teilnehmer des Agile Brunch konnten sich für zwei der Workshops entscheiden, die sie besuchen wollten. Alle Workshops waren dabei an diesem Tag sehr gut besucht. Im Anschluss folgte eine Feedbackrunde mit Fachgruppenleiter David Uhlenberg. Als Dankeschön für die Teilnehmer haben wir die Schachteln, die sie so fleißig gebastelt haben, mit Pralinen gefüllt und als Geschenk verteilt. Insgesamt war es für uns ein erfolgreicher, spannender Tag, an dem wir im nächsten Jahr gerne wieder teilnehmen!

Von |2018-12-10T09:15:42+00:0010. Dezember 2018|Agilität|0 Kommentare
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